Was versteht man unter einer Schadenkalkulation?
Die Schadenkalkulation ist die präzise, technische und finanzielle Berechnung aller Kosten, die für die fachgerechte Reparatur eines beschädigten Fahrzeugs anfallen. Sie bildet das Herzstück eines jeden Kfz-Schadengutachtens. Ein unabhängiger Kfz-Gutachter erfasst dabei systematisch sämtliche Unfallschäden und ordnet diesen die entsprechenden Ersatzteile sowie die erforderlichen Arbeitszeiten zu. Auf dieser Basis wird ermittelt, wie teuer die Instandsetzung des Fahrzeugs wird.
Wie ermittelt der Kfz-Gutachter die Kosten?
Für eine rechtssichere Schadenkalkulation nutzen Sachverständige anerkannte Software-Systeme wie Audatex oder DAT. Diese Datenbanken enthalten tagesaktuelle Herstellerdaten zu Ersatzteilpreisen, Lackierzeiten und Arbeitswerten. Der Gutachter kalkuliert dabei streng nach den Vorgaben des Fahrzeugherstellers. Er berücksichtigt nicht nur offensichtliche Blechschäden, sondern auch notwendige Nebenarbeiten wie Achsvermessungen, das Auslesen des Fehlerspeichers oder das Kalibrieren von Assistenzsystemen. Auch ortsübliche Stundenverrechnungssätze und UPE-Aufschläge fließen in die Berechnung ein.
Warum ist die Kalkulation für Geschädigte entscheidend?
Die ermittelten Reparaturkosten entscheiden über den weiteren Regulierungsweg. Sie zeigen auf, ob eine Reparatur wirtschaftlich sinnvoll ist oder ob ein Totalschaden vorliegt. Zudem dient die Kalkulation als verbindliche Grundlage für die Abrechnung mit der gegnerischen Versicherung – sowohl bei einer tatsächlichen Reparatur in der Werkstatt als auch bei der fiktiven Abrechnung, also der reinen Auszahlung des Schadensbetrags ohne Reparaturnachweis.
Fazit
Die Schadenkalkulation sichert Ihre finanziellen Ansprüche. Sie liefert ein transparentes, detailliertes Dokument, das willkürlichen Kürzungen durch die Versicherung vorbeugt.