Was ist eine Lackschichtmessung?
Die Lackschichtmessung (auch Lackschichtdickenmessung) ist ein zerstörungsfreies Prüfverfahren, mit dem ein Kfz-Gutachter die Dicke des Lacks auf der Fahrzeugkarosserie bestimmt. Gemessen wird in Mikrometern (µm, wobei 1 µm einem Tausendstel Millimeter entspricht). Mithilfe eines speziellen Messgeräts kann der Sachverständige analysieren, ob sich unter dem sichtbaren Decklack lediglich die werkseitige Original-Lackierung befindet oder ob nachträglich Reparaturen durchgeführt wurden.
Warum ist die Messung im Kfz-Gutachten so wichtig?
Im Schadensrecht und beim Gebrauchtwagenkauf spielt dieses Verfahren eine entscheidende Rolle. Der wichtigste Einsatzzweck ist das Aufspüren versteckter Unfallschäden. Nicht selten werden Fahrzeuge fälschlicherweise als „unfallfrei“ deklariert, obwohl Blechschäden kaschiert wurden. Die Messung deckt solche Mängel gnadenlos auf. Wird nach einem Unfall ein Gutachten erstellt, hilft das Verfahren zudem dabei, Vorschäden oder Altbeschädigungen exakt von den neuen Unfallfolgen abzugrenzen. Dies ist essenziell, um Kürzungen der gegnerischen Versicherung rechtssicher abzuwehren.
Typische Richtwerte und ihre Bedeutung
Eine originale Werkslackierung weist je nach Hersteller meist eine Dicke zwischen 80 und 140 µm auf. Weichen die Messergebnisse an bestimmten Bauteilen deutlich ab (z. B. auf über 200 µm), deutet dies auf eine Nachlackierung hin. Werte im Bereich von 500 µm und mehr sind ein klarer Beleg dafür, dass unter dem Lack Spachtelmasse aufgetragen wurde, um tiefe Verformungen nach einer Kollision auszugleichen.
Fazit
Die Lackschichtmessung liefert objektive, messbare Beweise über die Historie eines Fahrzeugs. Sie ist ein unverzichtbares Werkzeug für Kfz-Gutachter, um den realen Zustand eines Autos präzise zu dokumentieren.